Im März 2026, etwa ein halbes Jahr vor dem Beginn des Einbringens von BepiColombo in die Umlaufbahn um den Merkur, ernannte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) interdisziplinäre Wissenschaftler und Gastforscher für die gemeinsame ESA-JAXA-Mission zur Erforschung des Merkurs.
Gastforscher (GIs) sind Forschende, die von der ESA im Rahmen einer Ausschreibung (Announcement of Opportunity, AO) ausgewählt werden, um an bestimmten Erkundungsmissionen teilzunehmen. GIs nutzen die von einem oder mehreren Instrumenten gewonnenen Daten, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen und den wissenschaftlichen Ertrag der gesamten Mission zu steigern.
Zu den ausgewählten Forschenden gehört CSH-Fellow Dr. Valentin Bickel. Als GI für BepiColombo wird Valentin eine Deep-Learning-gestützte multimodale Datenverarbeitungs-Pipeline nutzen, um eine globale Kampagne zur Erkennung von Veränderungen durchzuführen, bei der alle Oberflächenveränderungen erfasst und quantifiziert werden, die zwischen den Missionen NASA MESSENGER und ESA BepiColombo – sowie im Verlauf der BepiColombo-Mission selbst – aufgetreten sind.
Die Kampagne konzentriert sich auf sogenannte 'Hollows' und 'Lineae', Merkmale, von denen vermutet wird, dass sie durch die Freisetzung flüchtiger Stoffe aus dem Untergrund des Merkur verursacht werden.
«Meine Untersuchung zielt darauf ab, ein direktes, quantitatives Mass für den heutigen Verlust flüchtiger Stoffe auf dem Merkur abzuleiten und damit eines der grössten Rätsel des Planeten zu lösen», sagt Valentin.