Nun – die Mondlandung gelang. Bei der ersten Mondlandung weilte auch Prof. Johannes Geiss im Kontrollzentrum der NASA in Houston. Kaum hatten die beiden Astronauten Armstrong und Aldrin den Mond betreten, wurde auch schon das Sonnenwindsegel aufgestellt. Dies, noch bevor die amerikanische Flagge gehisst worden war.
Um die Sonnenwindteilchen über eine möglichst lange Zeit einzusammeln, musste unser Experiment so früh wie möglich aufgestellt werden, und dies brachte das Sonnenwindsegel in Konkurrenz mit der amerikanischen Flagge. Zusammen mit NASA-Wissenschaftlern vor Ort in Houston haben wir dann erreicht, dass unserem Experiment eine sehr hohe Priorität in der Reihenfolge der Astronautentätigkeiten auf dem Mond eingeräumt wurde. Schliesslich wurden dem Berner Experiment 70 Minuten zugestanden. Der erste Ausflug auf dem Mond dauerte insgesamt nur zweieinhalb Stunden. (Johannes Geiss, 1998)
Das erfolgreiche Sonnenwind-Experiment verschaffte den Berner Physikern damals eine unglaubliche Popularität: Kaum eine Zeitschrift und kaum ein TV-Sender, die nicht darüber berichtet hätten. Das Schweizer Sonnenwind-Experiment war nicht nur publizistisch, sondern auch wissenschaftlich ein voller Erfolg.
Die Resultate über die Isotopenzusammensetzung der Edelgase finden bis heute Verwendung auf dem Gebiet der Sonnenphysik und bei Fragen über die Bildung der Planeten, der Astro-Physik bis hin zur Kosmologie. Die wissenschaftlichen Ziele sind vollständig erreicht worden. (Johannes Geiss, 1998)
Während das Sonnenwindsegel der Erforschung der Sonne und ihrer zeitlichen Entwicklung galt, dienten die meisten anderen Apollo-Experimente und die Analysen an Mondproben der Mondforschung. Auch hierzu hat die Universität Bern wichtige Beiträge geleistet.
Die Messungen des Sonnenwindes auf den Apollo Missionen machten den Anfang eines sehr erfolgreichen Forschungsprogrammes an der Universität Bern mit der satellitengestützen Erforschung der Sonne mit Raumsonden der ESA und NASA welches bis heute läuft. So waren Instrumente der Universität Bern zum Beispiel an Bord der Missionen ISEE-3, Ulysses, WIND, SOHO, ACE, Genesis oder Solar Orbiter.
* Dieser Artikel ist die gekürzte und aus heutiger Sicht ergänzte Fassung eines Beitrags aus UniPress Nummer 96 vom April 1998.
Die zitierten Passagen wurden von Prof. Geiss 1998 selber eingesetzt.